Musikalische Legenden verirren sich nur selten nach Gummersbach. Albert Hammond Autor hinter unzähligen Welthits, brachte fünf Jahrzehnte Musikgeschichte nach Gummersbach in die Halle 32.

Gummersbach.

Musikalische Legenden verirren sich nur selten nach Gummersbach. Am Mittwochabend gab es einen mehr als erfreulichen Bruch mit diesem Gesetz. Albert Hammond, Autor hinter unzähligen Welthits, gab ein Gastspiel im Rahmen seiner Songbook-Tour in der Halle 32.

Seit 50 Jahren schreibt dieser Mann Mega-Hits, die mit Sicherheit auch der letzte Pop-Muffel kennt. Nur wenige wissen, dass hinter vielen Nr.-1- Hits der internationalen Charts der gebürtige Brite Albert Hammond steckt. Ob Chicago, Whitney Houston, Tina Turner oder Leo Sayer – er kennt sie alle, und er hat mit allen zusammengearbeitet, für sie alle Superhits geschrieben, die danach unzählige Male gecovert wurden.

Mit „Down by the River“, einem der ersten Songs gegen Umweltverschmutzung aus den 1970er Jahren, gab’s gleich einen hochkarätigen Einstieg mit Wiedererkennungseffekt. Mit zauberhaften, recht persönlichen Anekdoten aus seinem bewegten, 70-jährigen Leben mit den Popstars dieser Welt führte Hammond sehr charmant durch den Abend, ließ Roy Orbison, Julio Iglesias und Joe Cocker in seinen Erzählungen auf die Bühne zurückkommen.

Und man fragte sich mehr als einmal: Warum hört der Mann sich auch noch so an wie Joe Cocker, wo er doch nur den Song für ihn geschrieben hat? Über zwei Stunden ohne eine einzige Pause rockte, schmuste und schnulzte dieser große Mann sich durch die Musikgeschichte. Und zwischendurch stieg er von der Bühne herab, schritt das Spalier der vielen begeisterten Fans ab, küsste die ganz besonders treuen und riss mit dem Diana-Ross-Hit „When You Tell Me that You Love Me“ auch den letzten Oberberger vom Stuhl.

Ein Hit, den jeder mitträllern kann

2008 wurde Albert Hammond in die „Hall of fame“ aufgenommen und erhielt von Englands Queen den „Order of the British Empire“. Sieben Jahre später stand er in Gummersbach auf der Bühne und steckte viele jüngere Musiker in die Tasche, wie er vor Energie nur so sprühte und einen Megahit nach dem anderen spielte – alle aus seiner Feder.

Und natürlich warteten alle auf den einen Hit, den jeder jenseits der 40 aus dem Effeff trällern kann: „It Never Rains in California“. Nach dem Kultsong „Free Electric Band“ verabschiedete sich Albert Hammond mit einer letzten Zugabe und dem Verständnis heischenden Satz „I’m an old man“ von seinem Publikum.

Von Anja Maria Dohrmann
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